5

Sep
2011

“Eine Photovoltaikanlage ist nicht visionär, sondern selbstverständlich” – Mein Besuch bei TELE Haase

Img_3699_web

Über einen Facebook-Post von Christoph Haase, den Geschäftsführer der TELE Haase Steuerungstechnik GmbH habe ich erstmals von der neuen 72 kWp Anlage Wiens gehört und war sofort begeistert. Endlich ein medienwirksames Wiener PV-Projekt das sich sehen und vor allem herzeigen lässt. Nachdem ich Christoph durch meine Tätigkeiten bei WeissSee schon länger kenne, war ein Besichtigungstermin schnell koordiniert.

Letzen Freitag war es dann so weit und ich war in diesem Vorzeigeunternehmen zu Gast. Die Eindrücke aus diesem Gespräch möchte ich hier schildern. 

Die Entscheidung zur Anlage

TELE Haase ist bekannt für “Pionierarbeit”, obwohl er selbst das alles als selbstverständlich sieht. Schließlich war Christoph Haase auch einer der ersten in Österreich, die sich einen Tesla Roadster angeschafft hatten. Nach dieser Investition war klar, dass neben dem Bezug von Ökostrom im Unternehmen, eine PV-Anlage der nächste logische Schritt sein musste. Vor allem, weil ja im Unternehmen selbst Überwachungskomponenten für PV-Anlagen entwickelt werden. Aber nicht nur dieser Aspekt hat den Ausschlag für die Entscheidung gegeben. Mein Lieblingszitate des Tages waren:

“Es macht einfach von hinten bis vorne Sinn!”

“Eine Photovoltaikanlage ist auch nichtmal visionär, es sollte selbstverständlich sein”. 

Seine Erklärungen sind die eines Unternehmers und nicht die eines Idealisten.

  • Es macht einfach Sinn die Spitzen im Sommer, die langfristig zu viel kostenintensiveren Investitionen geführt hätten, mit einer PV-Anlage zu glätten. 
  • Es macht auch Sinn, sich den Strompreis für einen gewissen Zeitraum und eine gewisse Menge einfach einzufrieren. 
  • Als Unternehmer ist es außerdem steuerrechtlich sinnvoll, eine Anlage zu bauen. Die Abschreibung verringert schließlich die Steuerlast.
  • Die Anlage erwirtschaftet über dies die Investitionskosten innerhalb von ca. 10 Jahren und produziert dann noch 10-20 Jahre gratis Strom. 
  • Nicht zuletzt ist es jetzt noch PR-wirksam, wobei man diese Summen nicht wirklich mit Zahlen hinterlegen kann. Sollte man aber vielleicht!

Das Battle um die größte Anlage hat begonnen

Laut Wien Energie handelt es sich bei dieser Anlage um die grösste Wiens. Ich bin mir sicher dass nun ein positiver Wettkampf um immer grössere Anlagen begonnen hat und das ist in jedem Fall begrüssenswert. Bin gespannt wo wir die erste 100 kWp Anlage sehen werden. Würde mich auch über Hinweise zu weiteren großen Anlagen in Wien freuen, leider gibt es dazu kein öffentliches Verzeichnis. 

Wiener Förderung sehr wichtig für Gewerbeprojekte

Wichtig für Projekte dieser Art, sind nach wie vor Incentives aus der Politik. Wie Josef Plank zu sagen pflegt: Keine Enkerl ohne Kinder! Die Wiener Förderung ist sehr attraktiv für Gewerbebetriebe (40% der Investitionskosten), weil sie österreichweit die Einzige ist, die de facto keine Größenbeschränkung auf 5kWp hat, wie in den anderen Bundesländern. Aus einem mir nicht bekannten Grund war Wien jedoch über viele Jahre hinweg das einzige Land, in dem die Förderung nicht ausgeschöpft wurde. Vermutlich waren in den vorangegangenen Jahre die Modulpreise einfach noch zu hoch, sodass selbst mit 40% ein Gewerbebetrieb die Investition nicht rechtfertigen konnte. Jetzt macht es jedoch Sinn und man kann nur hoffen, dass Wien diesen Kurs beibehält, auch wenn die Nachfrage nun steigt. 

Eckdaten

Der Vollständigkeit halber, hier auch noch die Eckdaten zur Anlage. 

  • Leistung: 72 kWp
  • Gesamtfläche: 2500 m2
  • Modulfläche: 500m2
  • Anzahl Module: 300
  • Produzierter Strom: ca. 70.000 kWh (deckt ca. 25% des Strombedarfs)

Ich freu mich, dass es nun endlich los geht in Wien. 

Weitere Infos hier.

Bild: (c) TELE Haase Steuergeräte GmbH


  1. […] erkennen, dass so eine Eigenverbrauchsanlagen „Von hinten bis vorne Sinn macht“ wie einer der PV-Eigenverbrauchspioniere Christoph Haase von Tele Haase schon vor 3 Jahren zu sagen pflegte und hinzufügt: “Eine PV-Anlage im Unternehmen ist nicht […]