10

Jan
2012
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ELEEP #1: It’s all about parking!

Detroit_eleep

Wie versprochen möchte ich diese Woche die Impressionen meines ELEEP Trips mit euch teilen. Heute war der erste Tag und es ist bereits absehbar, wie intensiv die Woche werden wird. 

Alleine heute gab es 6 Programmpunkte:

  1. Morgenmeeting
  2. Panel mit Stadtmanagern, Stiftungsräten, Entrepreneurinitiativen für einen Überblick über die derzeitige Situation in Detroit
  3. Lunchmeeting bei DTE Energy – dem lokalen Energieversorger über die Entwicklungen im Energiesektor
  4. Besichtigung des neuen Stadtteils “Midtown” und des einzigen? Niedrigenergiehauses inkl. Solarthermie, Photovotaik & Geothermie in Detroit. 
  5. Führung und Vortag bei Quicken Loans und Bedrock RealEstate – Präsentation der großen Vision für Detroit von Dan Gilbert
  6. Dinner Dialogue mit der Kresge Foundation über die Projekte in Detroit 

Über jedes einzelne dieser Treffen könnte ich nun einen ganzen Beitrag schreiben. Da es nach europäischer Zeitrechnung bereits 3:30 nachts ist, werde ich mich auf einige wenige Punkte beschränken. Das Highlight war in jedem Fall das Treffen beim Quicken Loans, aber das braucht einen Beitrag für sich. 

THE BIG THREE dominieren nach wie vor die Denke von Detroit

Detroit ist nach eigenen Angaben Opfer ihres eigenen Erfolges geworden. The Big Three – die großen Autohersteller Ford, GM und Chrysler haben Detroit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem der innovativsten Gegenden der Welt gemacht. Die Menschen wurden verwöhnt durch Unmengen an Arbeitsplätzen, Benefits und unendlich viel zusätzliches Kapital für Sport und Kultur. Seit den 60er Jahren hat sich das jedoch geändert und Detroit hat es verabsäumt sich etwas anderes als die Autoindustrie aufzubauen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist Detroit in den Köpfen vieler Amerikaner ein verlassenes Dorf, das dem Untergang geweiht ist. Seit dem sprießen jedoch unzählige Initiativen aus dem Boden um das zu verhindern. Bei einigen Gesprächen hatte ich aber dennoch das Gefühl, dass man irgendwie doch hofft, dass die Autoindustrie wieder Fuss fasst und dadurch alles gut wird. Am eklatantesten wird das in der Parkplatzpolitik sichtbar. 

Unmengen an Parkplatzflächen vs. 8 Fahrräder

Ich hab noch nie in meinem Leben so viele Parkplätze gesehen!! Detroit ist voll mit Parkplätzen. Die Big3 haben dafür gesorgt, dass die Einwohner Unmengen an Autos kaufen können und trotzdem immer einen Parkplatz haben werden. Wer ein neues Wohngebäude bauen möchte, muss dafür sorgen, dass für jede Wohneinheit 1,5 Parkplätze zur Verfügung stehen müssen. Jeder Parkplatz, der für ein Wohnprojekt umgewidmet werden muss, muss dafür sorgen, dass die verloren gegangenen Parkflächen anderswo wieder auftauchen. Öffentliche Transportmittel gibt es sowieso nicht – der verlassene Bahnhof gilt sogar als offizielles Symbol des Verfalls der Stadt und während unserer ganztagestour habe ich in den ganze 8 Fahrräder gezählt!!! Echt unglaublich welch starken Einfluss die Firmen auf die Stadt genommen haben. Umso aussichtsloser scheint eine Zukunft ohne sie. Deshalb sind Parkplätze wirklich in jedem Bauprojekt ein unumgänglicher Faktor. 

Licht am Ende des Autotunnels

Neben den sichtbaren Problemen Detroits passiert gerade unheimlich viel in dieser Stadt. Auch wenn sie in Sachen Energieversorgung und öffentliche Verkehrsmittel noch Lichtjahre hinter Österreich oder Deutschland hinterherhinken, sieht man, welch unheimliche Veränderungskraft in den Amerikanern steckt. Wenns drauf ankommt, kann es schnell gehen. Ich hoffe, dass ich morgen dazukomme, das wohl erstaunlichste Stadtentwicklungsprojekt hier kurz erklären zu können. 

 



 


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