Themensammlung für Artikel zu Energiewende’

17

Sep
2013
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Bücher ab nach Berlin!!

 

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Ich freu mich! Vor mir steht eine kleine Deutschlandrundreise. Berlin-Stuttgart-Düsseldorf! Heute geht’s aber erstmal um Berlin. Die überaus überfolgreiche Aktion “In 80 Tagen zum Kanzleramt“, die auch hier regen Zulauf gefunden hat, wird am Donnerstag gemeinsam mit einer Aktion, die juwi selbst veranstaltet einen tollen Abschluss finden UND einige Energieblogger sind auch mit dabei und da ich schon alle anderen gemeinsamen Events wie das Barcamp Renewables verpasst habe, lasse ich mir dieses Event nicht entgehen und freue mich über viele andere interessante Menschen dort.

ALLE BUCHBESITZER, DIE SICH IN DER NÄHE VON BERLIN BEFINDEN TREFFEN SICH AM DONNERSTAG UM 10:15 VOR DEM BRANDENBURGER TOR! HIER ANMELDEN!

Am 19. September 2013 um 10:15 Uhr treffen sich vor dem Brandenburger Tor alle Buchbesitzer und Fans des Energiewende-Thrillers “Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin” von Matthias Willenbacher. Dies ist außerdem der Abschluss der Aktion “In 80 Tagen ins Kanzleramt”, bei der in ganz Deutschland von einigen Energiebloggern dazu aufgerufen wurde das Buch von juwi-Inhaber Matthias Willenbacher an andere Leser weiterzugeben, damit das “unmoralische Angebot” 80 Tage später an die Kanzlerin übergeben wird: Willenbacher würde sein Unternehmen  an Energiegenossenschafften verschenken, wenn sich Kanzlerin Merkel für eine schnelle dezentrale Bürger-Energiewende einsetzen würde.

Bücher bereits beim Kanzlerpförtner abgeliefert

Durch die Aktion waren in den vergangenen Wochen mehr als 100 Bücher im Umlauf. Mehrere Abgeordnete erhielten auf diesem Weg das Buch. Unter anderem die  hessische Umweltministerin Lucia Puttrich und der hessische SPD-Politiker Thorsten Schäfer-Gümbel. Über den Kurznachrichtendienst Twitter wurde bekannt, dass davon bereits einige im Kanzleramt abgegeben wurden.  Einer der Teilnehmer wurde sogar von den Pförtnern mehr oder weniger freundlich “empfangen”

Massenbuchlieferung zum Brandenburger Tor

Damit die Aktion nun einen würdigen Abschluss findet, werden Inhaber des Buches und Kämpfer für die Energiewende eingeladen, sich am Donnerstag, 19. September 2013, um 10.15 Uhr, am Brandenburger Tor zu einer bildstarken Aktion zu treffen.

Vor dem Brandenburger Tor startet juwi ein Kunstaktion und um 11 Uhr wollen die Veranstalter ein provokantes Motiv enthüllen, das Angela Merkel und Peer Steinbrück in seltener Einigkeit zeigt und halten ihre eigenen unmoralischen Angebote an die Kanzlerin fest. Diese und die Bücher bringen sie anschließend ins Kanzleramt. 

Abschluss beim Kanzleramt

Anschließend gehen die Aktionsteilnehmer geschlossen zum Kanzleramt und übergeben die Bücher (nur wer will) sowie die zu enthüllenden Bilder nochmal persönlich im Kanzleramt ab. Auf eine Überraschung vor dem Kanzleramt darf man gespannt sein. Alle Teilnehmer werden gebeten sich hier hier anzumelden.

Ablaufplan:

  • 10:15 – Treffpunkt am Brandenburger Tor in Berlin
  • 10:30 – Formulierung unmoralischer Angebote 😉
  • 11:00 – Enthüllung Merkel & Co + Pressefotos
  • 11:30 – Marsch zum Kanzleramt
  • 12:00 – Foto-Aktion “Wahlgeschenke” am Kanzleramt und Abgabe weiterer Bücher.

Weitere Links:

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17

Jun
2013

Energieblogger starten durch

Energieblogger gründen Dachmarke zur Energiewende

Pünktlich zum Messestart der Münchner Intersolar Europe (19.6.-21.6.2013) schließen sich 21 Energieblogger aus dem deutschen Sprachraum unter einer gemeinsamen Dachmarke zusammen. Mit der Kooperation wollen die Energieblogger in der öffentlichen Diskussion um die Energiewende eine höhere Aufmerksamkeit erlangen. Auf ecoquent-positions bereits ausführlich über die Hintergründe informiert, ich Teil dieser Initiative bin. Nun auch hier noch weitere Informationen zum Launch unserer Website.

Auch die Energiegranden begrüßen die Aktion

Die Energieökonomin Prof. Dr. Claudia Kemfert sagte: “Die Energie-Blogger sind eine Gruppe freier Journalisten, die die alte Debatte weiterführen. So wie Deutschland nun rund 23% seines Stroms zum großen Teil aus vielen verteilten erneuerbaren Anlagen bekommt, wollen sie die heutige, virtuelle Energiewende-Gruppe sein: dezentral, autark und selbstbestimmt”. Im Unterschied zu Presseredaktionen werden im Internet Widersprüche und Diskussionen transparent ausgetragen.

Auch der deutsche Grünen-Politiker Hans-Josef Fell hat sich zu dem Informationsprojekt geäußert: ”Die Energieblogger begleiten die Energiewende mit fachlicher und journalistischer Expertise, entgegen des Mainstreams der deutschen Medienlandschaft. Ziel muss es sein, die Argumente der alten Energiewirtschaft zu entlarven und die Debatte um Kosten und Nutzen ehrlich zu führen.”

Wachsende Community von Online-Journalisten

Im Energiebereich haben sich soziale Internetmedien und die Vernetzung der Blogger deutlich später entwickelt, als in klassischen Lifestylebereichen wie Web und Motorsport. Seit ca. zwei Jahren wächst jedoch die deutschsprachige Energiebloggercommunity immer weiter zusammen. Im Jahr 2011 gab es eine lose Liste verschiedener Blogs aus der ein kleiner Kreis das Projekt Energiefacetten schuf – ein Online Magazin mit Inhalten der verschiedenen Blogger. Ab sofort sind die Berichte der Energieblogger auch unter energieblogger.net im Internet abrufbar.

Vernetzung und Dialog

Die Energieblogger schaffen jedoch mehr als nur reine Texte zur Energiewende. Angefangen von Infografiken über digitale Werkzeuge wie den Strommix Navigator, die interaktive Kraftwerkskarte, eine Stellenbörse, Expertensuche, Media-Monitoring bis hin zu Veranstaltungen und verlegten Büchern ist ein umfangreiches Repertoire zum Thema Erneuerbare Energien und Energieeffizienz entstanden. Verlage, Unternehmen und Organisationen nutzen die Energieblogs bereits intensiv für ihre Hintergrundrecherche. Der Vorteil der Energieblogger: Sie sind unabhängig, nah an den aktuellen Themen und treten in Dialog mit ihren Lesern. Das macht sie zu glaubwürdigen und einflussreichen Experten mit einer z.T. beachtlichen Reichweite.

Die Liste der Energieblogger im Juni 2013

Daniel Bönnighausen (saving-volt.de) – Cornelia Daniel (dachgold.net/blog, www.ecoquent-positions.com, www.oekoenergie-blog.com) – Robert Doelling (energie-experten.org) – Claudia J. Gasmi (energiewendig.de) – Jürgen Haar (photovoltaikforum.com) – Kirsten Hasberg (energydemocracy.tv) – Patrick Jüttemann (klein-windkraftanlagen.com) – Ron Kirchner (biomasse-nutzung.de) – Andreas Kühl (energynet.de) – Björn-Lars Kuhn (proteus-solutions.de) – Craig Morris (renewablesinternational.net) – Erhard Renz (sonnenfluesterer.de) – Kilian Rüfer (blog.sustainment.de) – SMA Solar Technology AG (sma-sunny.com) – Tina Ternus (pvbuero.de) – Michael Ziegler (photovoltaik-guide.de) – Thorsten Zoerner (blog.stromhaltig.de)

 

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13

Dez
2012

Hab schnell mal drei Bücher veröffentlicht

Der 12.12.2012 war der Tag der Buchveröffentlichung der ÖkoEnergie-Blogbuch-Reihe. Da ich es schade finde, wenn so manche Blogartikel in den Tiefen des Internets in Vergessenheit geraten, habe ich nun die besten Artikel der letzten drei Jahre in Blogbücher verwandelt. Ich muss zugeben, dass ich mir das ganze Selfpublishing-Unterfangen etwas einfacher vorgestellt habe, aber jetzt wo es geschafft ist, war alles halb so wild. Jetzt fehlen nur noch die Leser. Wer noch vor Weihnachten eines oder sogar alle drei Exemplare haben möchte, muss unbedingt bis 14.12 bestellen. Mit dem Gutscheincode “XmasVersand” ist der Versand sogar gratis!

Die Bücher werden bald auch auf Amazon und Kindle zu bekommen sein, aber das dauert wohl noch ein paar Tage. Hier eine Kurzbeschreibung der einzelnen Bücher. Interessant sind die Vorschauseiten, da das Inhaltsverzeichnis einsehbar ist.

BLOGBUCH 2010 – Das Jahr der Einspeisetarife

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Dieses Buch behandelt das Jahr 2010 und ist somit das erste Buch der ÖkoEnergie-Blogbuch-Reihe. Es ist geprägt durch eine Reise durch die verschiedensten Einspeisetarifmodelle Europas, einem Herantasten an die österreichische Energiepolitik und vielen Unternehmungen und Ideen, die die Welt ein klein wenig ökologischer machen. Hier geht’s zum Buch und hier gibt’s auch das Buch als pdf. Wie gesagt kommen die Amazon und Kindle Formate auch sehr bald.

BLOGBUCH 2011 – Das Jahr der Speichertechnologien

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2011 war echt ein spannendes Jahr. Auf globaler Ebene wurde erkannt, dass wir nur mit Speichertechnologien eine umfassende Energiewende schaffen können. In Österreich wurde das Ökoenergiegesetz überarbeitet und die unendlich lange Warteliste bei Photovoltaikanlagen abgebaut. Gleichzeitig war es der Startschuss für eine neue Zeitrechnung für Photovoltaik in Österreich. Einer der wichtigsten Artikel dieses Jahres war aus meiner Sicht jedoch die Bildanleitung für Journalisten zur Unterscheidung von Photovoltaik und Solarthermie. Er hat mich meinem Ziel jedem Österreicher den Unterschied dieser beiden Technologien näher zu bringen, ein großes Stück näher gebracht. Nicht zu vergessen auch der historische Moment, wo die Energieblogger im deutschsprachigen Raum durch ein gemeinsames Verzeichnis und erstmaligen Rankings näher zusammengerückt sind. Zum Buch geht’s hier und zum pdf bitte hier lang.

BLOGBUCH 2012 – Das Jahr der  Netzparität

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2012 – Das Jahr, in dem vermeintlich die Welt unterging, einer größeren Menge an Menschen klar wurde, dass auch fossile Energien reichlich Steuergelder bekommen und man sich nicht zuletzt in Fachkreisen einig wurde, dass Netzparität kein Hirngespinst, sondern im Haushaltsbereich bereits eingetreten ist. Nicht zu vergessen der kleine Ausritt in die Ernährungswelt und die Atombombe im Kühlschrank. Ihr könnt nun alle Artikel hier raussuchen, oder eben gemütlich auf der Couch  liegen. Zu kaufen hier als Buch oder pdf.

Hier nochmal ein Link zu allen Büchern. Nicht wundern über “Kinderbuch”. So heisst nur die quadratische Größe und anscheinend sind viele Kinderbücher in dem Format. Ich finde sie sehr handlich, deshalb habe ich mich dafür entschieden.

Vielen Dank an die Helferleins, die mir bei der Fertigstellung geholfen haben und natürlich Sandra Mosch von MoschDesignWien, die sich für das tolle Cover verantwortlich zeichnet. 2013 ist übrigens auch schon fertig. Da fehlen nur noch die Artikel.

 

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7

Sep
2012
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Wohin ich mein Geld schicke!

Blogparade_OkoEnergieblog_Geld.jpg.scaled1000-300x226Ein Jahr nach der letzten Blogparade ist es wieder soweit!  Der ÖkoEnergieBlog in der aktuellen Parade zum Thema “Und wohin soll Dein Geld gehen auf”. Auch ich hab mir mal wieder bis auf den letzten Drücker Zeit gelassen (Deadline endet am Sonntag Abend).

Da mir das Thema aber echt wichtig ist, will ich da natürlich auch selbst meinen Senf dazugeben,  auch wenn ich leider mal wieder vom Gewinnspiel ausgenommen bin. Ich hoffe aber, dass sich noch viele zum Newsletter anmelden und vielleicht eine Wildcard für die Verlosung bekommen.

So jetzt aber zum eigentlichen Thema. Geld ausgeben! Wie wir wissen sind die Geldflüsse in unserer Welt ziemlich richtungsgebend. Natürlich haben die Geldflüsse der Grossinvestoren einen größeren Impact als die von mir, aber ich möchte mir früh genug angewöhnen darüber nachzudenken wo mein Geld hingeht, damit das auch mit höherem Einkommen nicht verloren geht ;-).

Reale Projekte statt Aktien

In meinem noch kurzen Dasein als Investorin habe ich durchaus schon Rückschläge einstecken müssen. Als mir 2008 ans Herz gelegt wurde ich sollte unbedingt in Solaraktien investieren, weil die in drei Jahren ein Vermögen wert sein würden, dachte ich das wäre eine gute Idee. Wie wir wissen ist dies vier Jahre später nicht der Fall und ich bin klüger geworden und investiere nun nur mehr in reale Energieprojekte, sei es meine eigene Anlage oder geschlossene Fonds. Ich hab hier auch schon mal über das Thema Finanzwirtschaft vs. Realwirtschaft geschrieben. Energie wird auch in den nächsten Jahren immer wichtiger werden und so kann man gar nicht genug Projekte starten. Ich möchte mein Portfolio an eigenen Anlagen auf jeden Fall noch ausbauen und freue mich, wenn ich mich dann mal einen kleinen Energieversorger schimpfen kann!

Dienstleistungen statt Produkte

Bei der Blogparade stelle ich auch die Frage, wieviel Macht im bewussten Nicht-Konsum liegt. Die Menge an Produkten, die wir derzeit wegschmeissen verbrauchen, kann nicht ohne Schäden produziert werden. Deshalb ist Qualität und dafür weniger angesagt. So verzichte ich gern mal länger auf Fleisch und wenn dann bio, kaufe nur mehr hochwertige Kleidung und gönne mir stattdessen öfter eine Kosmetikbehandlung, Schulungen oder Coachings.

So, das war mein höchstpersönlicher Beitrag und ich hoffe, dass noch ein paar dazukommen.

 

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3

Apr
2012

Energiewende auf Dänisch – Wo Fakten bereits Fakten sind

Über den Deutschland Teil des ELEEP-Study Trips habe ich ja bereits berichtet und es ist klar: “Energiewende is the new Zeitgeist”. Mitte der Woche ging es aber weiter nach Kopenhagen um ein Land zu erleben, dass noch viel weitgehendere Entscheidungen in Richtung Zero-Emission-Country getroffen hat, als wir uns vorstellen können. Erstaunlich wie wenig man von diesem Land hört. Man hat wohl Angst, noch mehr Länder könnten auf solche Ideen kommen wie die alles andere als “dämlichen Dänen”. Ich werde deshalb hier nur die wichtigsten Erkenntnisse aufbereiten und bei manchen Themen einen eigenen Betrag dazu verfassen.

100% erneuerbar bis 2050 und das mit Regierungsbeschluss und hunderten konkreten Maßnahmen

Während unsereins hier in Österreich sich mit “wischi-waschi-wir-sind-eh-supa-Energiezielen” – die diesen Namen eigentlich nicht verdient haben, abspeisen lassen muss, ist in Dänemark ein unglaublicher Wurf an verpflichtender Energiepolitik gelungen. Das Think-Progress Magazin titelt treffend:

A True ‘All Of The Above’ Energy Policy: Denmark Affirms Commitment To 100% Renewable Energy By 2050

Da hier alle einzelnen Punkte super aufgelistet sind, werde das nicht wiederholen und mich auf den Unterschied zu anderen Ländern konzentrieren. Das Parlament hat eine Fülle an Maßnahmen und alle dazugehörigen Gelder für einen 100% Umstieg auf Erneuerbare beschlossen! Es ist keine leere Worthülse und sie gehen damit weiter als es die EU je verlangen würde und das in sowohl bei Elektrizität, Wärme und Verkehr. Die einzelnen Energieformen sind außerdem so aufeinander abgestimmt, dass aus jeder Form, der größtmögliche Benefit herausgeholt werden kann. Österreich hat zwar viele Energiestrategien und auch eine Energieautarkiestudie, aber von einer Implementierung sind wir durch Partikularinteressen noch meilenweit entfernt. Dänemark hat es geschafft, alle Interessen unter einen Hut zu bringen.

Wir hatten auch ein Treffen mit dem dem Chef der dortigen Industriellenvereinung. In Dänemark ist gelungen, was in anderen Ländern noch undenkbar wäre. Die Industrie unterstützt die Energiewende und lässt sich auf verpflichtende Reduktionsziele ein. Natürlich hilft es, wenn durch Weltmarktführer wie Vestas und Grundfos die Kräfte innerhalb der Kammern etwas anders verteilt sind. Jedenfalls ist es schön zu sehen, dass eine Eingung vieler Interessen möglich ist. Überhaupt stimmt es mich zuversichtlich, dass Dänemark sogar noch weiter geht als Deutschland und vorzeigt, dass es möglich ist.

180% Reichensteuer auf Autos

Das war die aufsehenerregendste Erkenntnis des Trips. Man stelle sich eine Gruppe liberal denkender US-Amerikaner vor, denen erzählt wird, dass es möglich ist, dass ein Land 180-200% Steuern auf Autos einhebt, glückliche Einwohner und nichtmal eine Grüne Partei hat. Alles außerdem ohne kommunistische Regierung und mit dem Einverständnis der Bürger und einer langen Geschichte sozialdemokratischer Regierungen. Ich bin ja echt kein Freund der Sozialdemokratie so wie sie in Österreich gelebt wird (im Übrigen gar keiner derzeitig gelebten Politik), aber das Vertrauen der Dänen, dass der Staat tastächlich Sinnvolles mit dem ganzen Geld macht und den Bürgern und nur den Bürgern zu dienen hat, ist unerschütterlich. Ich habe auch versucht den historischen Hintergrund dieser Steuer herauszufinden. Bei drei Leuten bekam ich drei unterschiedliche Antworten. Einer sagte, es wäre eine historische Luxussteuer gewesen, der andere einfach eine Geldbeschaffungsmaschine, die möglich ist, weil es keine inländischen Autobauer gibt und der dritte, ein Junger, dachte das wäre wegen der externen Kosten. 

In Dänemark sind die Fakten bereits Fakten

Ja, in Dänemark wissen sowohl die Menschen, als auch die Politiker über externe Kosten Bescheid und nehmen sie ernst, um dem weltweiten Marktversagen am Energiemarkt entgegenzuwirken. Überhaupt scheint es, als wären dort Fakten bereits Fakten. Luftverschmutzung kostet Geld und Gesundheit und es gibt ein Preisschild dafür. Punkt. Aus. Fertig. Außerdem wird nicht mehr über den Klimawandel diskutiert, sondern schon jetzt Überschwemmungsmauern für den steigenden Meeresspiegel gebaut. Auch die Abwasserkanäle wurden für die kommenden Klimaveränderungen neu berechnet. Dass ein Vorsprung bei Erneuerbaren Energien volkswirtschaftlich das Beste ist, was sich ein Land wünschen kann, ist ebenfalls im dänischen Hausverstand verankert. Dass das alles etwas kostet und langfristig aber billiger ist, ist auch vielen klar. 

Alles gut oder auch was faul im Staate Dänemark?

Um der Lobeshymne auch noch etwas entgegenzusetzen sei hier noch erwähnt, dass in Dänemark auch Kohle abgebaut wird, die natürlich weiterhin an jene Staaten verkauft werden wird, die nicht so strenge Richtlinien haben, auch wenn Dänemarks Energiemix schon lange CO2 frei ist. Da Dänemark trotz allem ein freier Staat ist und man den Firmen nicht vorschreiben kann was sie verkaufen und was nicht, fürchte ich, dass dies so lange andauern wird, bis eben globale CO2 Richtlinien die externen Kosten von Kohle berücksichtigen und diese wirtschaftlich unattraktiv wird.

Über die Elektromobilitätspläne bei Better Place und die Insel Samsø werde ich im ÖkoEnergie-Blog berichten.

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30

Mrz
2012
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Auf den Spuren der Energiewende – Deutschland

Die letzte Woche stand ganz im Zeichen der Energiewende. Im Rahmen des ELEEP Programms war ich wieder eingeladen eine Woche lang mit ausgewählten jungen Leuten aus der transatlantischen Energieszene, in die Tiefen der aktuellen Energieentwicklungen Europas einzutauchen. Es ist unglaublich wie viel derzeit im Gange ist. Der Titel der Tour war:

Transformation of the Energy Economy: Natural Gas, Renewable Energy, Smart Grids, and Electric Mobility

Das Program war dicht gesäht und so hatten wir die Möglichkeit unglaublich viele Aspekte der Energiewende kennenzulernen. Hier die Highlights:

Ecologic Institute – Der Umwelt Think Tank

Treffen mit Andreas Krämer dem Direktor vom Ecologic Institute mit einem spannenden Vortrag über die Zukunft der deutschen Energiepolitik. Hier wurde erstmals das Thema angesprochen, warum man sich in Deutschland zuerst von Atom und dann von Kohle verabschiedet hat. Das praktisch inexistente Thema Kohle sollte uns die ganze Reise begleiten.

Nord Stream in Lubmin – neue Gas Business Modelle gesucht

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In Lubmin kommt die neue Gasversorungspipline Europas an. Nord Stream ist eines der größten Gasprojekte derzeit. Obwohl ich weiß, dass Gas die beste Komplementärform zu erneuerbaren Energien ist, wurde ich den Eindruck nicht los, dass die Gasindustrie noch nicht bereit ist “nur” als Regelenergie herzuhalten. Verträge über 50 Jahre zementieren die Machtverhältnisse zusätzlich für viele Jahre. Es gibt anscheinend noch keinen vernünftigen Business Case für ein Gaskraftwerk, welches nicht auf Volllast fährt. Es kann eben nur laufen, wenn gerade der Wind nicht weht oder keine Sonne scheint. Ich hoffe, dass hier neue Geschäftsmodelle emporkommen. Von den Energieversorgern ist diesbezüglich wohl nicht viel zu erwarten. 

Greifswald – So sichtbar war die Unbeherrscharkeit einer Technologie noch nie

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Die Besichtigung des stillgelegten Atomeaktors in Greifswald hat zumindest mir vor Augen geführt, dass diese Millionen Rohre und Regelungen nicht unbedingt dafür gemacht sind, fehlerbehaftete Menschen herumhantieren zu lassen. Greifswald wurde nach der Wende geschlossen, weil man der russischen Technologie nicht mehr vertraut hat. Wohl eine weise Entscheidung. Bei der Tour wurde vor allem aber eines offenslichtlich. Der Abbau solcher Anlagen (Decomissioning) verschlingt Millionen wenn nicht Milliarden. Das für mich schlagenste Argument gegen Atomenergie ist nach wie vor, zu teuer, wenn Versicherung und Abbaukosten miteingerechnet werden.

Meeting with the “Big Guys”

Der letzte Tag in Deutschland stand im Zeichen der Großen Player Eon, BP, IEA und Exxon. Der große Unterschied zu Österreich war hier, dass die Energieversorger bereits die Möglichkeiten der Erneuerbaren verstanden haben und selbst ins Geschäft einsteigen. Die Abneigung gegen abgelegene Bauernhöfe, die zu viel Strom ins Netz einspeisen war aber auch dort deutlich spürbar. Einen guten Punkt hatte der Vortragende aber: Die Erneuerbaren sind nun 21 (21% Anteil) und somit erwachsen. Nun müssen sie auch Netzverantwortung übernehmen. 

Fazit – Energiewende wird der neue “Zeitgeist”

Es gibt kein richtiges Wort für “Energiewende” im Englischen. Termini wie “Energy Turnaround” oder “Energy Transition” geben den Sinn nicht so recht wider. So zeichnet sich bereits ab, dass sich auch im Englischen das Wort “Energiewende” durchsetzen wird. Wie ironisch, dass auch “Zeitgeist” ein ähnliches Schicksal ereilt hat. So wird die “Energiewende” der neue “Zeitgeist”. Doppelbödigkeit at its best!

 

 

 

 

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22

Jan
2012
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ELEEP #2: Grün ist das neue Marmor in den USA

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Sorry, die tägliche Berichterstattung hat wohl doch nicht so geklappt. Damit nun doch noch ein paar Infos hängen bleiben, werde ich hier die Highlights nochmal fotografisch teilen und etwas beschreiben. Mein ELEEP-Kollege Andrew Holland hat in seinem Blog noch detaillierter berichtet.

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Dieses Foto ist aus dem Meetingraum des Energieversorgers DT-Energy. Dieses Meeting t hat eines sehr deutlich gemacht. Wenn Energie so billig ist (11-13ct/kWh für Privathaushalte, deutlich weniger für Industrie) wirds etwas schwierig mit Erneuerbaren. Das Ziel für 2020: 1000 MW Wind und 20 MW PV (bei Einstrahlungsverhältnissen von Norditalien). Was aber auch klar ist, sobald sich die Energiepreise ändern, wird man gar nicht so schnell schauen können und die USA wird zum grünen Riesen, bis dahin ist grün eben Prestigesache (s.u).

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Den größten Impact im Veränderungsprozess von Detroit, wird das Immobilienprojekt von Dan Gilbert, der Gründer von Quicken Loans haben. Nachdem sein Immobilienunternehmen Bedrock letztes Jahre drei Skyscraper in Downtown aufgekauft haben und mit ihren tausenden Mitarbeitern die Stadt wieder beleben, wird auch bald ein neuer Skypscraper – angeblich das grünste Hochhaus weltweit – die Skyline schmücken. Diese Wörter (“greenest building in the world”) hab ich auf der Reise übrigens mehrfach gehört. “Green sells” ist das Gebot der Stunde.

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Nebenbei investiert das Unternehmen in Entrepreneurship und hat einige sehr schmucke Inkubatoren aufgebaut. Madison ist angeblich der neue HotSpot der Gründerszene.

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Über die Detroit Motorshow, die wir im Schnelldurchlauf von 7-8 Uhr früh besucht haben, gibts im ÖkoEnergieblog einen Bericht von mir. Das schmucke Teil hier ist die Antwort von BMW auf den Tesla.

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Ein Ereignis der besondern Art, war die Besichtigung von Projekt Heidelberg. Nachdem man eine Weile durch verfallene Siedlungen im Osten Detroits fährt, taucht auf einmal diese eigenartige Kunstwelt auf, die einen einfach nur faszinieren kann. Das könnte mal ein Touristenmagnet werden, sobald sich die Stadt mal von seinem Schmuddelimage befreit hat.

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Die zweiter Hältfe der Tour fand in Pittsburgh statt. Eine Stadt, die gemeinsam mit dem Fall der Stahlindustrie mit verheerender Luftverschmutzung und hoher Abwanderung zu kämpfen hatte. Die Stadt hat sich mittlerweile erholt und vor allem die Gesunheitsindustrie (Überraschung…) und die Energieindustrie haben wieder Fuß gefasst. Ein Riesenthema ist dort das Marcellus Schiefergasfeld. Die Förderung wird dort vorangetrieben obwohl das Grundwasserthema nicht restlos geklärt ist. Die Einstellung ist eher so: Wir haben es auch schon geschafft “gelbe Luft” wieder halbwegs sauber zu kriegen, das mit dem Wasser schaffen wir also auch, außerdem führt das auch zu Wirtschaftswachstum… Der Wortlaut war natürlich nicht ganz so, aber das ist die Message, die bei mir angekommen ist.

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Neben dem Thema Schiefergas setzt Pittburgh stark auf “Green Buildings”. Angeblich gibt es dort die höchste Dichte an LEED zertifizierten Großprojekten (Hier eine Liste). Bei zweien durften wir vorbeischauen. Bei den PNG Bank und dem auf dem Bild zu sehenden neuen Projekt vom Phipps Conservatory. Hier ein toller Film, der einen ganz guten Eindruck von dem Projekt und dem Plan des neuen Gebäudes, welches gerade im Bau ist, gibt. Es soll ebenfalls, “the greenest building in the world” werden. In diesem Fall könnte ich es mir sogar vorstellen. Die Leute die dahinterstehen sind starkt daran interessiert, wirklich das “Richtige” zu tun und nicht jene Technologie, die sich vermeintlich am Schnellsten rechnet. Hier eine tolle Auflistung aller Punkte, die beim Neubau berücksichtig werden. Richard Piachentini, der Kopf hinter allen Bemühungen hat mich auch auf den Claim, der sich durch viele us-amerikanische Projekte zieht, gebracht: Green is the new marble. Über dieses Projekt werde ich auch noch näher im ÖkoEnergieblog berichten.

 

 

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10

Jan
2012
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ELEEP #1: It’s all about parking!

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Wie versprochen möchte ich diese Woche die Impressionen meines ELEEP Trips mit euch teilen. Heute war der erste Tag und es ist bereits absehbar, wie intensiv die Woche werden wird. 

Alleine heute gab es 6 Programmpunkte:

  1. Morgenmeeting
  2. Panel mit Stadtmanagern, Stiftungsräten, Entrepreneurinitiativen für einen Überblick über die derzeitige Situation in Detroit
  3. Lunchmeeting bei DTE Energy – dem lokalen Energieversorger über die Entwicklungen im Energiesektor
  4. Besichtigung des neuen Stadtteils “Midtown” und des einzigen? Niedrigenergiehauses inkl. Solarthermie, Photovotaik & Geothermie in Detroit. 
  5. Führung und Vortag bei Quicken Loans und Bedrock RealEstate – Präsentation der großen Vision für Detroit von Dan Gilbert
  6. Dinner Dialogue mit der Kresge Foundation über die Projekte in Detroit 

Über jedes einzelne dieser Treffen könnte ich nun einen ganzen Beitrag schreiben. Da es nach europäischer Zeitrechnung bereits 3:30 nachts ist, werde ich mich auf einige wenige Punkte beschränken. Das Highlight war in jedem Fall das Treffen beim Quicken Loans, aber das braucht einen Beitrag für sich. 

THE BIG THREE dominieren nach wie vor die Denke von Detroit

Detroit ist nach eigenen Angaben Opfer ihres eigenen Erfolges geworden. The Big Three – die großen Autohersteller Ford, GM und Chrysler haben Detroit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem der innovativsten Gegenden der Welt gemacht. Die Menschen wurden verwöhnt durch Unmengen an Arbeitsplätzen, Benefits und unendlich viel zusätzliches Kapital für Sport und Kultur. Seit den 60er Jahren hat sich das jedoch geändert und Detroit hat es verabsäumt sich etwas anderes als die Autoindustrie aufzubauen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist Detroit in den Köpfen vieler Amerikaner ein verlassenes Dorf, das dem Untergang geweiht ist. Seit dem sprießen jedoch unzählige Initiativen aus dem Boden um das zu verhindern. Bei einigen Gesprächen hatte ich aber dennoch das Gefühl, dass man irgendwie doch hofft, dass die Autoindustrie wieder Fuss fasst und dadurch alles gut wird. Am eklatantesten wird das in der Parkplatzpolitik sichtbar. 

Unmengen an Parkplatzflächen vs. 8 Fahrräder

Ich hab noch nie in meinem Leben so viele Parkplätze gesehen!! Detroit ist voll mit Parkplätzen. Die Big3 haben dafür gesorgt, dass die Einwohner Unmengen an Autos kaufen können und trotzdem immer einen Parkplatz haben werden. Wer ein neues Wohngebäude bauen möchte, muss dafür sorgen, dass für jede Wohneinheit 1,5 Parkplätze zur Verfügung stehen müssen. Jeder Parkplatz, der für ein Wohnprojekt umgewidmet werden muss, muss dafür sorgen, dass die verloren gegangenen Parkflächen anderswo wieder auftauchen. Öffentliche Transportmittel gibt es sowieso nicht – der verlassene Bahnhof gilt sogar als offizielles Symbol des Verfalls der Stadt und während unserer ganztagestour habe ich in den ganze 8 Fahrräder gezählt!!! Echt unglaublich welch starken Einfluss die Firmen auf die Stadt genommen haben. Umso aussichtsloser scheint eine Zukunft ohne sie. Deshalb sind Parkplätze wirklich in jedem Bauprojekt ein unumgänglicher Faktor. 

Licht am Ende des Autotunnels

Neben den sichtbaren Problemen Detroits passiert gerade unheimlich viel in dieser Stadt. Auch wenn sie in Sachen Energieversorgung und öffentliche Verkehrsmittel noch Lichtjahre hinter Österreich oder Deutschland hinterherhinken, sieht man, welch unheimliche Veränderungskraft in den Amerikanern steckt. Wenns drauf ankommt, kann es schnell gehen. Ich hoffe, dass ich morgen dazukomme, das wohl erstaunlichste Stadtentwicklungsprojekt hier kurz erklären zu können. 

 



 

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6

Jan
2012
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Emerging Leaders in Energy and Environment Policy oder Detroit I am coming!

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Seit November 2011 bin ich Mitglied eines sehr feinen Kreises: ELEEP. ELEEP steht für Emerging Leaders in Energy and Environment Policy. Es handelt sich dabei um ein Projekt von Young Atlanticist Forum und wird folgendermaßen beschrieben. 

ELEEP ist ein dynamisches, auf Mitglieder beschränktes Forum für den Austausch von Ideen, politischen Lösungen, Best-Practice-Beispiele und beruflicher Weiterbildung für junge, aufstrebende Amerikaner und Europäer, die im Umwelt- und Energiebereich arbeiten…. Wir suchen Personen mit einer Vielzahl von beruflichen Hintergründen, einschließlich, aber nicht beschränkt auf: Volksvertreter (lokal, regional oder auf Bundesebene), legislative Mitarbeiter, Geschäftsleute, Akademiker, Wissenschaftler, landwirtschaftliche Experten, Unternehmer, Experten der Staatssicherheit, Stadtplaner, Energie-Experten und Journalisten.

Außer mir ist noch ein weiterer Österreicher und 75 andere junge Leute aus Amerika und Europa mit dabei. Regelmäßig werden Studienreisen für die aktivsten Mitglieder organisiert. Meine erste beginnt schon am Sonntag und führt mich nach Detroit und Pittsburgh, wo erarbeitet werden soll, wie Industriestädte den Weg zu erneuerbaren Energien finden. Ich bin schon sehr gespannt und werde euch hier mit einem Online Tagebuch über die nächste Woche auf dem Laufenden halten. 

Bild: (c) Sanja Gjenero | Sxc.hu

 

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21

Sep
2011

Über Kleinkriminalität, Anarchie und meine Art herumzukommen

Cycleproject

Meine Güte ist das schon wieder schwierg. So viele Dinge, über die ich gerne schreiben würde und so wenig Plan, wie ich das in einen sinnvollen Blogartikel für die Blogparade Urbane Mobiltät, die ich gemeinsam mit den Leuten der Raiffeisen Leasing initiert habe, verpacken soll. (Was ist eine Blogparade)

 

Ich vermute, den vielen anderen, die schon zugsagt haben, dass sie an der Blogparade teilnehmen wollen geht es ähnlich, deshalb will ich dieses Mal mit gutem Beispiel vorangehen und nicht wie sonst immer, bis 26.9. 23:59 Uhr warten, bis mein Artikel fertig ist. Ich kann das E-Bike natürlich nicht gewinnen, falls sich das jemand fragen sollte. Nachdem mich das Thema aber interessiert, mache ich trotzdem mit. 

 

Ich hatte mir im Vorfeld einige Themen überlegt, die ich im Ankündigungsartikel schon aufgezählt habe, aber letztendlich möchte ich einfach ein paar persönliche Erfahrungen mit euch teilen und erläutern, wie ich mich in der Stadt so bewege und warum ich manche Dinge gut und anderer wieder weniger gut finde. 

Status quo – The way I come around

 

Wenn man so wie ich schon in vielen Städten der Welt gelebt hat, weiß man das Wiener Öffi-Netz wirklich zu schätzen. Mich nervt das Wiener-Linien-Bashing also manchmal wirklich. Natürlich gehts noch viiel besser, aber in Wien herrscht definitiv “Jammern auf hohem Niveau”. Seit fast 10 Jahren bin ich deshalb stolze Besitzerin von diversen, Jahreskarten, Semestertickets, Ferientickets – je nach Lebensabschnitt eben. Ein Auto besaß ich nie und werde ich vermutlich auch nie, aber dazu später. Die übrigen Wege erledige ich wo möglich mit dem Fahrrad, gerne auch dem City-Bike und wenns sein muss natürlich zu Fuß, wobei letzteres die am wenigsten bevorzugte Art der Fortbewegung ist. Wenns mal weiter weg geht, bin ich entweder im Zug oder als leidenschaftliche Beifahrerin im Auto von Freunden und Familie unterwegs. In meinem Leben bin ich wohl nicht mehr als 10.000 km selbst gefahren und genieße lange Strecken mit der Bahn, wo ich erstaunlicherweise sehr konzentriert arbeiten kann.

Eigentlich bin ich einfach nur faul – und effizienzmaximierend

Ja – richtig gelesen. Faul! Mein liebstes Fortbewegungsmittel ist das Fahrrad und das nicht, weil es das ökologischste, sondern einfach weil es das bequemste und effizienteste ist. Ich hab mal gelesen, dass bei Strecken unter 5 km das Fahrad das schnellste “Medium” ist. Bei meiner Fahrtgeschwindigtkeit (gehöre eher zur gemütlicheren Sorte) liegt dieser Wert wohl eher bei 3,5 km aber ansonsten unterschreibe ich diese Aussage. Die Strecken zwischen den Öffis und die Zeit, die durch Parkplatzsuchen und Staus draufgehen, fallen beim Fahrrad einfach weg. Ich steig bei meiner Wohnung “ein” und bei meiner Zielort “aus”. Fertig! Ich hasse nichts mehr, als nach langer Parkplatzsuche, dann noch mehrere 100m zum Zielort zu laufen. Wo ist dann bitte der Vorteil? Dann hätt ich ja gleich mit der U-Bahn heimfahren können!

 

The Downside of the Story – 15-20 geklaute Fahrräder

Seit 15 Jahren bewege ich mich mehr oder weniger regelmäßig mit den Fahrrad fort. In dieser Zeit wurden mir so zwischen 15-20 Räder gestohlen, also ca. eines pro Jahr. Natürlich war ich nicht immer ganz unschuldig daran, wenn das Schloss zu schlecht oder es überhaupt kurz mal nicht abgeschlossen war. TROTZDEM IST DAS EIN RIESENPROBLEM!!!! Ich könnte mich grün und blau ärgern über dies kleinkriminellen Banden, die dann Was-Weiß-Ich mit meinen wertlosen Rädern machen. Die Stadt Wien ist hier wirklich gefordert, denn diese vermeintlich kleinen Delikte sind vermutlich nicht selten der Einstieg in größere Verbrechen. Ich würde mir hier eine Herangehensweise ähnlich der “Broken-Windows-Theorie” wünschen. ZERO TOLERANCE für Fahrraddiebe also!

Anarchismus oder Hausverstand?

Diese Kapital könnte wohl Bände füllen, aber immer öfter höre ich, wie Fahrradfahrer als Anarchisten beschimpft werden. Ja – es gibt diese schwarzen Schafe, die rücksichtslos herumfahren – das verurteile auch ich, entspricht aber nicht der Mehrheit. Was spricht aber dagegen, wenn ich in nahezu Schrittgeschwindigkeit auf einem Gehsteig fahre, weil es auf der Strasse keinen Fahrradweg gibt und ich mich dort aufgrund enger Wege in Lebensgefahr sehe? Man fühlt sich teilweise als “heimatlos” auf Wiens Strassen. Überall wird man verscheucht. (Der Jammerteil ist hiermit beendet.)

Ich wünsche mir deshalb mehr Gehsteige, die jetzt schon breit genug sind, sowohl für Fahrradfahrer, als auch für Fussgänger gekennzeichnet sind. Man kann beobachten, welch riesige Veränderungen diese blauen Schilder herbeiführen können. Beide “Parteien” passen in diesem Fällen viel besser aufeinander auf und tolerieren sich vor allem. Ich breche also nicht absichtlich das Gesetz, wenn ich auf dem Gehsteig fahre, es ist lediglich ein Mangel an Alternativen und Selbstschutz. Ein weiterer Punkt sind rote Ampeln. Ich oute mich nun als “Rotkreuzer”, aber nur in selbem Ausmaß, wie ich es als Fußgängerin mache, wenn mein Hausverstand es mir erlaubt. Wenn eben grad keine Kinder in der Nähe sind und absolut kein Auto in Sicht ist – wer tut das denn nicht, bitte? Ich sehe dieses “Verbrechen” auch nicht als Einstieg in die Kleinkriminalität, es hört nämlich genau dort auf, wo mehrere Autos im Spiel sind, in meinem Fall also spätestens am Gürtel.

 

Quo vadis – Die Welt in 100 10? Jahren
 Ein kluger Bekannter hat vor kurzem gesagt:
Wir wissen, wie die Welt in 2100 aussieht, aber den Weg dorthin kennen wir noch nicht.
Das gilt wohl neben vielen anderen Bereichen auch für die Mobilität. Ich bin mir sicher, dass man eines Tages (vielleicht schon in wenigen Jahren) aus dem Haus geht und mit dem Smartphone oder wie es auch immer dann heissen wird, in das nächstgelgene Auto, welches mit Erneuerbarer Energie fährt, einsteigt. Tamyca und Flinc machen das bereits vor. Der Fahrradboom – mechanisch und elektrisch gleichermaßen –  wird sich weiter fortpflanzen, weil es einfach das genialste Fortbewegungsmittel ist. Freiheit pur quasi! Immer mehr Menschen erkennen das derzeit und wenn mal der “Tipping Point” erreicht ist, wird sich auch die Infrastruktur zum Wohle aller anpassen. Man wird nicht mehr verstehen, dass man früher mal stundenlang in Staus verbracht hat und seinem Körper täglich wenig Sport und viel Müll zugemutet hat. Für das Stauthema gibts in Peking gerade eine ersten genialen Ansatz. Eine Bahn, die über verstaute Straßen hinwegfährt. Alles andere entwickelt sich auch in eine sehr gute Richtung. Ich freu mich jedenfalls auf die urbane Mobiltät von morgen!

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