13

Nov
2011
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Vom Traum Politiker zum Traum Unternehmer zu werden

Dream

Zugegeben. Man mag sich in Zeiten wie diesen keinen jungen Menschen vorstellen, der sich zum Lebensziel gesetzt hat, Politiker oder Politikerin zu werden. Und doch werden einige davon da draußen herumlaufen. Vielleicht auch deshalb, weil sie meinen, die Welt dadurch ein bisschen besser machen zu können, oder eben die derzeitige Politik mit dem eigenen Einsatz positiv beeinflussen zu können. 

Sie fragen sich, wo dieser Beitrag hinführen soll? Ich möchte heute an der Blogparade “Besinnung auf echtes Unternehmertum”  teilnehmen, die zum Inhalt hat,  Ideen für eine erstarkende Unternehmer Kultur in Österreich zu formulieren. 

Unternehmer vs. Selbständige

Zuerst einmal muss der Unternehmerbegriff kurz definiert und vom Selbständigen abgegrenzt werden. Da ich stark vom Unternehmercoach Stefan Merath geprägt bin, empfinde ich auch seine Definition als die Treffendste. Der Selbständige will etwas tun, der Unternehmer will etwas bewirken. Ein Grafiker oder Programmierer liebt eben nichts mehr, als an seinen Projekten zu arbeiten. Ein Unternehmer versucht die Detailaufgaben bestmöglichst zu delegieren um ein höheres Ziel zu erreichen.

Wo sind die High Potentials von gestern heute?

Wie hängen diese beiden Dinge – Traum vom Polikterleben vs. Unternehmerleben –  zusammen? In Zeiten wie diesen braucht es Unternehmer, die etwas bewirken und die Welt ein klein wenig besser machen wollen, dringender als je zuvor. Aber wo sind sie alle? Auf meinen Lebensweg sind mir schon viele großartige Leute begegnet. Nicht wenige davon in meiner Zeit der Schülervertretung. Mit 16 haben sie schon riesige Events organisiert und die Welt stand ihnen offen. Die Events waren jedoch alle ziemlich politisch geprägt, schließlich ging es darum die Schüler zu vertreten, also selbst Politik zu machen. Natürlich kam man dadurch in Kontakt mit höchsten Ministern und erfolgreichen Politikern. Für 16-jährige ist das doch ziemlich aufregend und die Menschen, die man kennenlernt, werden bewundert. Was hat das bewirkt? Viele sogenannte “High-Potentials” aus der Landes- oder Bundesschülervertretung haben sich für den Politikweg entschieden. Ich meine, die Vorbildfunktion und natürlich das Umfeld (Kontakte, Netzwerk usw.) haben maßgeblich dazu beigetragen.

Mateschitz statt Frau Minister

Einige dieser Leute sind heute bereits in führenden politischen Positionen, andere haben sich tatsächlich erfolgreich selbständig gemacht. Wieder andere haben wichtige Managerpositionen inne und verdienen vermutlich gutes Geld heute. Aber richtige Unternehmer im Sinne von Stefan Merath, die mit ihrem Unternehmen tatsächlich etwas bewirken? Leider nein – obwohl es sich allesamt um Machertypen handelte, die das Zeug zu richtigen Unternehmern und Unternehmerinnen gehabt hätten bzw. haben.  Ich frage mich was passiert wäre, wenn man damals statt Politiker, waschechte Unternehmer auf die Seminare gebracht hätte und das nicht nur einmal, sondern ständig und auf allen Ebenen der Organisation. Wenn nur in einem kleinen Teil der Schüler der Unternehmerfunke so entfacht worden wäre, wie der Politikerfunke, bin ich mir sicher, dass in dem Fall bereits einige erfolgreiche Unternehmen daraus entstanden wären. 

Was bedeutet das nun für das jetzt? Ich möchte hier ganz im Sinne einer Blogparade den Artikel von Hannes Offenbacher aufgreifen und seinen Gedanken von flächendeckenden Unternehmertalks, die von hunderten von engagierten jungen Leuten mit einer Eventblaupause organisiert werden, weiterspinnen.

Schulsprecher organisieren UnternehmerInnentalk

Obwohl ich weiß, wie sehr es Hannes hasst, sich von bestehenden Systemen bremsen zu lassen, hielte ich es für sinnvoll das funktionierende System der Schülervertretungen ein wenig in die Überlegungen für eine solche Plattform einfließen zu lassen. Es müssen ja nicht die bestehenden Vertretungen das Vehikel werden – auch wenn das ein Anfang sein könnte. Wie wäre es mit einer Bundes- und Landesschülerunternehmervertretung (furchtbares Wort, aber so ähnlich), die eben solche Events/Seminare für die Schul- und Klassensprecher auf allen Ebenen organisiert und auch die “Eventvorlagen” an den Mann oder die Frau bringt? Es enstünde dadurch ein positiver Wettbewerb um die besten Köpfe in Richtung Politik oder Unternehmertum. 

Soweit zu meinen Ideen für eine neue Unternehmerkultur in Österreich. Ich freue mich auf muntere Diskussionen. 

Unternehmervorbild: Matthias Willenbacher

Zum Abschluss komme ich gerne noch der Aufforderung nach, ein inspirierendes Unternehmervorbild vorzustellen, nachdem wir nun wissen, dass diese der Schlüssel zu weiteren Unternehmern und Unternehmerinnen sind. In meinem Fall ist das ganz klar Matthias Willenbacher, der Gründer der deutschen juwi-Gruppe welche auf die Entwicklung von Erneuerbaren Energie Projekten spezialisiert ist. Begonnen hat er 1996 mit einer Windkraftanlage auf dem hauseigenen Hof trotz Widerstand des Vaters (Ich erkenne hier Parallelen ;-).  Aus einem 2-Mann Büro ist ein unglaublich erfolgreiches Unternehmen mit mehr als 1500 Mitarbeitern, 800 Mio. € Umsatz und dem  energieeffizientesten Firmengebäude der Welt entstanden, welches noch dazu von einem österreichischen Unternehmen gebaut wurde. Was möchte er bewirken? Nicht weniger als 100% Erneuerbare Energie für Deutschland. Eine Vision, die ich ihm gerne für Österreich klauen würde ;-).

Bild: (c) hisks/sxc.hu

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